Malta als Mikrokosmos des Mediterranen vereint eine Vielzahl von Einflüssen wie z.B. die nordafrikanischen und arabischen Einwirkungen, die man in der Lokalsprache finden kann, oder die sizilianisch-inspirierte Küche. Wenige europäische Länder vereinen eine so konzentrierte Geschichte, Architektur und Strände auf so kleinem Raum.
Doch neben dem vielseitigen Mix an Einflüssen und den wechselnden Besetzungen von Kolonialherren in der Vergangenheit, ist Malta nicht nur eine imaginäre Außenstelle Italiens oder eine Reliquie der britischen Kolonialherrschaft. Die Nation dieser Insel hat einen ganz eigenen Character. Von vorgeschichtlichen Tempeln, der barocken Architektur von Valletta, Straßenfesten, klappernden Bussen bis hin zu bunten Fischerbooten, diese Nation hat eine Menge eigenen Charme.
Die ältesten Bauwerke auf Malta sind die mysteriösen megalithischen Tempel bei Ġgantija in der Nähe von Xagħram auf Gozo sowie Ħaġar Qim und Mnajdra an der südwestlichen Küste der Hauptinsel. Erbaut zwischen 3800 und 2500 vorchristlicher Zeit sind sie die ältesten erhaltenen freistehenden Bauwerke. Von ca. 800 bis 218 vorchristlicher Zeit nahmen die Phönizier und die Karthager Einfluss auf Malta. Danach wurde die Insel ein Teil des Römischen Reiches. In 60 nach Christus soll laut Legende St. Paul auf Malta Schiffbruch erlitten haben und die Inselbewohner zum Christentum bekehrt haben. Die Araber erreichten die Insel in 870 n. Chr. und hatten einen entscheidenden Einfluss auf die Landwirtschaft und Sprache. Anschließend folgte die Abfolge von normannischer und angevinischer (Französisch) Kontrolle sowie die Herrschaft der Krone Aragons, welche letztendlich mit dem Königreich Kastiliens (Spanisch) zusammengelegt wurde.
Im Jahre 1530 wurde die Insel dem Ritterorden von St. John (Malteser Orden) übergeben, eine Organisation religiöser Kreuzritter gegründet in Jerusalem. Die Ritter vertrieben eindringende Türken in 1565 und wurden als „die Retter Europas“ betrachtet. Kurz darauf verblasste der Einfluss des Ritterordens jedoch und dieser ergab sich kampflos Napoleon in 1798. Die Briten halfen im Jahre 1800 die Insel zu befreien und begannen Malta als einen wichtigen Flottenstützpunkt zu fördern. Unglücklicherweise musste das neue Mitglied des Britischen Weltreiches im Zweiten Weltkrieges stark unter Bombenangriffen leiden. In 1947 wurde der verwüsteten Insel ein Maß an Autonomie gewährt. Malta bekam seine Unabhängigkeit in 1964 und wurde eine Republik in 1974. In 2004 trat Malta der Europäischen Union bei und führte im Januar 2008 den Euro ein.
Malta kann von Italien aus mit dem Schiff bereist werden. Fährverbindungen bestehen außerdem von Valletta, Maltas Hauptstadt, nach Valencia (Spanien) und Tripolis (Libyen). Darüber hinaus fliegen Fluglinien regelmäßig von Europa und Nord Afrika nach Malta. Alle Flüge landen auf dem Malta International Airport bei Luqa, was 8 km außerhalb von Valletta liegt. Auf Malta und Gozo selbst kann man per Bus reisen oder aber sich ein Auto mieten. Letzteres kann jedoch zu einer nervendzerreißenden Erfahrung werden, da der Fahrstil der Inselbewohner etwas gewöhnungsbedürftig ist – Verkehrsregeln werden häufig ignoriert, Straßenschilder sind verwirrend und das Finden eines Parkplatzes kann schwierig sein. Daher bietet das gut ausgebaute Nahverkehrsnetz mit dem Bus eine wichtige Alternative. Zudem stellen die Busse, welche zum Großteil in der Kolonialzeit gebraucht von England nach Malta gebracht wurden, eine Touristenattraktion dar und sind für Touristen ein beliebtes Fotomotiv.
Aufgrund der britischen Kolonialzeit wird auf Malta Englisch gesprochen. Dennoch haben die Malteser sich ihre eigene Sprache, das Maltesisch, bewahrt, welches eine semitische Sprache ist, die sich aus einem arabischen Dialekt entwickelt hat. Beide Sprachen sind auf Malta Amtssprachen. Laut dem Eurobaromenter sprechen 100% der Malteser Maltesisch, 88% Englisch, 66% Italienisch und 17% Französisch. Es lohnt sich also vor dem Besuch der Insel, die eigenen Englischkenntnisse in einem Englischkurs wieder aufzufrischen oder neu zu erlernen.